20140904

ich bin es leid. ich hasse mich mittlerweile wieder mit einer aggressivität die mir selbst angst macht. es ist fast wieder so als wäre ich 17, das bislang schlimmste jahr meines lebens. ich hasse mein leben, ich hasse die umstände, die mein leben so hassenswert machen, und ich allein bin an diesen umständen schuld weil ich als mensch nicht in der lage bin, diese umstände zu ändern weil ich ein komischer, socially awkward, inkompetenter, viel zu schüchterner mensch bin der nicht mit anderen menschen umgehen kann und der somit immer auf ablehnung stößt. kein wunder, ich fände mich selbst auch nicht gerade super. kein wunder dass ich noch nie einen freund hatte. ich bin zwar fett, habe aber anscheinend doch gewisse ansprechende qualitäten die mich wenigstens zu einem okayen fick machen, aber das wars auch schon. ich bin eine nutte die zu nichts anderem gut genug ist. ich bin es leid, ständig allein zu sein. ich will mich nicht mehr mit mir auseinandersetzen müssen weil ich mich schlichtweg nicht leiden kann. ich war eine zeit lang auf der richtigen spur, ich habe mich gut behandelt, habe über meinen wert nachgedacht und obwohl ich es nie geschafft habe mich richtig zu mögen oder gar zu lieben war ich auf einem weg der selbstakzeptanz, ich konnte mich als mensch zumindest akzeptieren und respektieren. jetzt ist es so, als ob ich eine kehrtwendung machen würde; als wäre ich auf einem steilen hang ausgerutscht und würde mit rasanter geschwindigkeit zurück nach unten gleiten. ich sinke, rutsche wieder immer weiter in den selbsthass hinein. das problem ist: mit 17 richtete sich mein hass vor allem auf meinen körper, mein gesicht, das, was andere menschen zu sehen bekommen. ich fühlte mich noch nicht als ausgereifte person, hatte einen stabilen freundeskreis innerhalb meiner klasse, wurde gemocht (und wusste es, bekam es gezeigt hier und da) auch wenn ich mich schon damals als zu schüchtern und manchmal als zu merkwürdig und andersartig empfand. mittlerweile ist der hass auf meinen körper immer noch da, natürlich, ich bin ja auch immer noch fett, aber dazu kommt ein hass, der sehr viel schlimmer ist. ich kann mein innerstes nicht ausstehen. ich hatte jahre zur verfügung um ein einigermaßen sozial funktionierender mensch zu werden und das einzige was ich geschafft habe ist, ein paar jungen dazu zu bringen mit einer gefühlslosen abscheulichkeit über mich zu rutschen. ich habe ein richtiges ekelgefühl vor mir entwickelt. ich fordere so viel, bin nie zufrieden, gebe allerdings nichts dafür, tue nichts, bin faul. ich kann mich mit den dingen die ich erreiche nicht zufrieden geben, will immer mehr, fordere mehr vom leben. bin gleichzeitig schrecklich eingebildet und überheblich. mir ist es nach wie vor ein rätsel wie sich diese beiden seiten miteinander verbinden können. ich bin eingebildet, stolz, überheblich, halte mich für eine recht intelligente person die einen bestimmten wert hat, und gleichzeitig hasse ich mich mit einer abscheulichkeit wie es die meisten menschen nicht tun, halte mich für eine grenzenlose versagerin die nichts auf die reihe bekommt. ich bin ein menschliches wesen mit ekelerregenden bedürfnissen. ich bin so schrecklich lust-orientiert dass mir schlecht davon wird. ich will essen, viel essen, es reicht nie, es ginge immer noch mehr von all den leckeren speisen. ich will sex, ich will eine wundgescheuerte, durchgefickte vagina und grobe männerhände auf meinem körper und gleichzeitig will ich am liebsten gar keinen körper haben und meinem körper entkommen. ich werde erst wieder mit irgendeinem mann ins bett wenn ich 63kg habe. hier soll es ein für alle mal festgehalten werden. ich ertrage meinen körper momentan kaum in seinem nackten zustand, will nicht einmal duschen gehen. meide spiegel. dualismus: ich will die askese, ich will mich zurückziehen, ich will wieder ein kind sein, ich will keine bedürfnisse haben die mich zu einem menschen - oder schlimmer noch - zu einer frau machen, ich will keine frau sein sondern ein mädchen, ich will wieder jungfrau sein, ich will nur mit jemandem sex haben der gefühle für mich hat und mich wertschätzt / ich will so behandelt werden wie die schlampe die ich bin, ich will geschlagen werden, ich will an den haaren festgehalten werden während ich gefickt werde, ich will rauchen und essen und trinken und ein lastervolles genussvolles leben führen, mir ist es egal wer mich fickt solange derjenige nur gut genug ausschaut. ich will intimität und habe gleichzeitig irrsinnig große angst davor richtig intim zu sein, will nichts verraten, mich nicht preisgeben, weil ich gar nicht so bin wie du glaubst, ich rede gar nicht so, in wahrheit bin ich nämlich ein peinlicher, fressender, leidender mensch der keine freunde hat und ein bisschen gestört ist. rückschluss: kein wunder, dass ich x nicht habe, ich bin ja y (... lässt sich immer weiter fortsetzen, ein dominospiel dass es mir nicht erlaubt mich zu akzeptieren)

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